Das AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR :: Erfahrungsbericht

Von Christian

 

Einführung

 

In den letzten Jahren hat sich viel getan im Bereich der langen Teleobjektive. Nikon und Canon haben schon lange eine Reihe hervorragender Teleobjektive im Angebot, die regelmäßig neue Auflagen bekommen. Sie stellen heute die Referenz in Sachen Bildqualität dar, haben jedoch auch ihren Preis. So kostet aktuell ein AF-S Nikkor 500 mm f/4E FL ED VR rund 11.000 €. Wenn man nicht gerade sein Geld mit der Fotografie verdient und auf eine günstigere Ausrüstung angewiesen ist, sieht es schon schnell nicht mehr so gut aus.

 

 

Bis 2013 musste man auf Objektive wie das Canon EF 100-400 mm f/4,5-5,6 L IS USM oder das Nikon AF-S 80-400 mm f/4,5-5,6 G ED VR zurückgreifen, oder auf Objektive von Drittherstellern ausweichen. Da gab es das Sigma 50-500 mm f/5-6,3 DG OS HSM oder diverse andere Brennweiten von 120-400, 150-500 mm etc. Tamron bot noch ein SP AF 200-500 mm f/5-6,3 Di LD IF an. Bei all diesen Objektiven musste man in Kauf nehmen, dass die Bildqualität nicht ganz überzeugend war und dass man eine variable Lichtstärke hat. Im Dezember 2013 änderte sich in dem Bereich der langen Telezooms zu erschwinglichen Preisen einiges mit der Markteinführung des neuen Tamron SP 150-600 mm f/5-6,3 Di VC USD für rund 1000 €. Dieses Objektiv ist gemessen an seinem Preis sehr gut. Die Verarbeitung ist ordentlich und die optische Leistung reicht für den Hobby-Einsatz meist aus. Kurz danach legte Sigma in dem selben Brennweitenbereich zwei Versionen nach. Auf einmal war es möglich, für 1000 bis 2000 € eine lange Telebrennweite mit Ultraschallmotor und Bildstabilisator zu nutzen. Ich habe rund ein Jahr lang das Tamron SP 150-600 mm f/5-6,3 Di VC USD benutzt. Ich hatte mir ein Exemplar gekauft, nachdem alle Testberichte, die ich bis dahin gelesen hatte, einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen hatten. Allerdings hatte ich in dem einen Jahr mehrfach Probleme mit meinem Exemplar, so dass ich gegen Ende doch mehr unzufrieden mit der Zuverlässigkeit des Tamron-Objektives war. Im August 2015 kam dann die große Überraschung. Niemand hatte damit gerechnet, dass auch Nikon in dem Bereich langer Telezoomobjektive selbst etwas entwickelt hatte.

 

 

Nikon stellte ein AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR vor. Sofort war mein Interesse an dem Objektiv geweckt, da ich von Tamron wieder weg wollte. Mit einem Neupreis von 1600 € spielt es genau in der Liga der langen Telezooms der vorangegangenen Jahre. Im Oktober 2015 hatte ich erstmals in Lünen auf dem Internationalen Naturfotofestival der GDT die Möglichkeit, das Objektiv zu testen. Natürlich griff ich gleich zu einer Nikon D810, die mit 36 Megapixeln die höchste Auflösung an Vollformat bietet und machte ein paar Testbilder aus der Hand. Die Ergebnisse waren erschreckend gut. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, dass die Bilder unter schlechten Lichtverhältnissen bei Offenblende noch absolut scharf werden. Heute arbeite ich mit dem AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR und bin damit sehr zufrieden. Es bietet einen sehr nützlichen Brennweitenbereich für die Wildlifefotografie. Es hat als einziges Objektiv in dem langen Brennweitenbereich eine durchgängige Lichtstärke. Nur Nikons AF-S Nikkor 200-400 mm f/4 G ED VR II und von Canon das neue EF 200-400 mm f/4 L IS USM haben ebenfalls eine fixe Blende, sind aber mit 7000 bzw. 11.000 € auch in einer ganz anderen Preisklasse.


Verarbeitung

Nikon hat bei dem AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR auf eine Kombination aus Kunststoff und Metall gesetzt. Teile des Tubus und der Bajonettanschluss sind aus Metall. Einige Bereiche außen am Tubus bestehen aus hochwertigem Kunststoff. Auch wenn man gerade bei den großen professionellen Teleobjektiven viel Metall gewöhnt ist, hat der Kunststoff bei dem AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR einige Vorteile. Das Objektiv wird damit viel leichter und wiegt so 2,3 Kg. Kunststoff hat darüber hinaus andere thermische Eigenschaften als Metall, so dass gerade bei schwankenden Temperaturen dieses Material seine Stärken ausspielt. Alles in allem ist die Verarbeitung sehr gut. Einen kleinen Nachteil hat die recht zart gebaute Gegenlichtblende, die sich ab und zu löst, gerade wenn man die Kamera mit Objektiv aus dem Fotorucksack holt.

 

 

Handling

Das AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR liegt sehr ausgewogen in der Hand. Der sehr breite Zoomring ist wunderbar griffig. Beim zoomen hat man zwar einen recht weiten Weg zu drehen, jedoch hat mit diese Eigenschaft in der Praxis bisher nicht gestört. Auf der linken Seite sind vier Schalter angebracht. Damit lässt sich zwischen Autofokus und manuellem Fokus wählen. Der Fokusbereich lässt sich auf den vollen Bereich oder 6 m bis Unendlich einstellen, der Bildstabilisator ein- und ausschalten und den Modus des Bildstabilisators zwischen „Normal“ und „Sport“ wählen. Gegenüber dem Tamron SP 150-600 mm f/5-6,3 Di VC USD ist das Handling deutlich besser. Da das Zoomobjektiv beim zoomen zu 500 mm in der Länge ausfährt, verlagert sich minimal der Schwerpunkt, was jedoch keine Probleme in der Praxis bereitet.

 

Autofokus

Der Autofokus ist absolut leise und schnell. Allerdings spürt man an dieser Stelle den größten Unterschied zu professionellen Teleobjektiven für viele tausend Euro. Beispielsweise fokussiert ein AF-S Nikkor 400 mm f/2,8E FL VR merklich schneller, aber auch hier spielt das AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR in einer völlig anderen Preisklasse. An dieser Stelle muss ich anmerken, dass die Treffsicherheit des Autofokus und die Geschwindigkeit keineswegs allein von dem Objektiv abhängen. Je nach den Konfigurationen des Autofokus und der Anzahl an Fokusmessfeldern, die aktiv beteiligt sind, ist die Fokusgeschwindigkeit sehr unterschiedlich. Mit den richtigen Einstellungen ist der Autofokus sehr schnell und trifft auch sauber in Actionszenen. Mit angesetztem Telekomverter TC-14E II von Nikon wird der Fokus etwas langsamer. Actionszenen werde damit schwerer zu fokussieren. Mit Stativ und statischen Motiven spielt der Geschwindigkeitsverlust jedoch keine Rolle. Wie weit die Kombination aus dem AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR und dem TC-14E II bei Dämmerung noch gut arbeitet, hängt vom Kameramodell ab. Ich habe die Kombi noch erfolgreich kurz nach Sonnenuntergang an Stellen mit wenig Licht einsetzen können, ohne dass es Probleme gab. Ein zusätzlicher Punkt für das AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR ist die Naheinstellgrenze von 2,2 m. Damit lassen sich schon sehr gut Details fotografieren, wie es mit einer Naheinstellgrenze von beispielsweise 4 m nicht möglich ist. Mit Konverter bleibt diese Naheinstellgrenze erhalten und man kann mit 700 mm kleinste Details festhalten.

 

 

Bildstabilisator

Der Bildstabilisator ist phänomenal! Er schlägt alle Objektive mit Bildstabilisator, die ich bisher hatte. Nikon gibt an, dass er 4,5 Lichtwertstufen kompensieren kann. In der Praxis sind es mindestens 4 Stufen, wenn nicht sogar 4,5. Eine Belichtungszeit von 1/30 Sekunde bei 500 mm ist gar kein Problem. Mit etwas Übung sind die Bilder auch noch bei 1/15 oder 1/10 Sekunden scharf. Das eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten bei schlechten Lichtverhältnissen und der Arbeit ohne Stativ. Die zwei Modi des Bildstabilisators sind sehr praktisch. Im Modus „Normal“ kompensiert er sehr zuverlässig alle Bewegungen. Man kann jedoch auch Mitzieher machen. Besser für Mitzieher ist jedoch der Modus „Sport“. Dabei werden nur Bewegungen senkrecht zur Hauptbewegungsrichtung kompensiert.

 

 

Bildqualität

Ich bin überrascht und das positiv! Es schlägt locker die Bildqualität des Tamron SP 150-600 mm f/5-6,3 Di VC USD. Schon ab Offenblende liefert es gestochen scharfe Bilder, die sich nur noch ganz geringfügig in den Ecken bei einer 100 % Ansicht von einer Festbrennweite unterscheiden. Auch an einer hochauflösenden Nikon D810 sind die Bilder gestochen scharf. Neben der Schärfe ist der Kontrast perfekt ab Offenblende. Durch Abblenden bekommt man lediglich mehr Tiefenschärfe, jedoch so gut wie keine Verbesserung mehr von Schärfe und Kontrast. Chromatische Abberation spielt kaum eine Rolle und lässt sich softwareseitig korrigieren. Im Gegenlicht macht das AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR ebenfalls eine sehr gute Figur. Flares sind in der Praxis kein Problem, aber man kann sie mit Mühe im Labor erzwingen, was wohl auf fast jedes Objektiv zutreffen dürfte. Die Bildqualität nimmt kaum sichtbar ab, wenn man das AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR mit dem Telekonverter TC-14E II verwendet. Vor allem die chromatische Abberation nimmt ein wenig zu. Die Schärfe ist bei einer Nikon D3 auf jeden Fall sehr überzeugend. Sauberes fokussieren und ggf. der Einsatz eines Statives sind natürlich Voraussetzung. Bei 700 mm und Offenblende liegt die Bildqualität auf einem ähnlichen Niveau, wie ein gut justiertes Tamron SP 150-600 mm f/5-6,3 Di VC USD bei 600 mm und Blende 8. Dennoch würde ich das AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR mit Telekomverter noch bevorzugen, was die Bildqualität angeht.

 

 

Oben ist eine Bildreihe zu sehen, aufgenommen vom Stativ mit Spiegelvorauslösung und Fernauslöser. Von links nach rechts: 200 mm, 300, mm, 400 mm, 500 mm und 700 mm mit dem TC-14E II. Alle Bilder sind bei Offenblende gemacht. Der Bildstabilisator war aus und es wurde mit dem Autofokus vorfokussiert. Unten sind 100 % Crops der Bilder von oben. Die Bilder sind ohne weitere Bearbeitung mit Lightroom aus den Rohdaten konvertiert.

 

 

Fazit

Das Objektiv überzeugt mich auf ganzer Linie und stellt für Nikon-Nutzer eine ernsthafte Alternative zu den langen Zooms von Sigma und Tamron dar. Neben den professionellen Teleobjektiven braucht es sich kaum noch zu verstecken. Die Autofokusgeschwindigkeit ist bei einem sorgfältigen Einsatz und den richtigen Einstellungen an der Kamera gut Actiontauglich und stellt damit kein größeres Defizit dar. Mit der geringeren Größe und dem verhältnismäßig geringen Gewicht spielt es seine Stärken gegenüber großen Festbrennweiten aus. Selbst ein Sigma 500 mm f/4,5 DG HSM ist noch schwerer und etwas größer. Bis vor wenigen Jahren hat wohl kaum jemand damit gerechnet, dass einmal der Tag kommen sollte, wo die Flexibilität eines Zoomobjektives mit hoher Bildqualität zu einem sehr erschwinglichen Preis zu haben ist. Bleibt zu hoffen, dass auch künftig solche großartigen Objektive auf den Markt kommen, die einem die Arbeit wesentlich erleichtern. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich es heute wieder kaufen würde, wenn ich auch die Wahl hätte, ein Tamron SP 150-600 mm f/5-6,3 Di VC USD oder ein Sigma Sports oder Contemporary 150-600 mm f/5-6,3 DG OS HSM zu bekommen, dann würde ich definitiv wieder das Nikkor wählen.

 

Für einen kleinen Eindruck, sind nachfolgend einige Bilder ausgewählt, die mit dem AF-S Nikkor 200-500 mm f/5,6E ED VR gemacht wurden. Das Objektiv eignet sich nicht nur für die Wildlifefotografie, sondern auch für kreative Natur und Pflanzenaufnahmen.

 

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Kommentare: 30
  • #1

    H.G.Schicker (Montag, 13 Juni 2016 12:45)

    Der Bericht war jetzt das Zünglein an der Waage. Bin mit meinem Sigma 50-500 im Bereich 500 mm mehr als unzufrieden. Darum habe ich jetzt eine Alternative gesucht. Da das Nikon 200-500 recht neu ist, gibt es nicht so viele Berichte. Die ich jetzt alle gelesen habe, waren sehr positiv. Mein Bauch hatte zu dem Nikon tendiert und der Verstand jetzt auch. Ich denke auch, dass meine D 750, die wirklich für den Preis 1a ist, mit dem Nikon 200-500 am allerbesten ist.
    Ein sehr guter Bericht mit tollen schönen Fotos. Das hat man selten!
    Danke schön!!!

  • #2

    Christian (Dienstag, 14 Juni 2016 12:00)

    Freut mich, wenn der Bericht zusagt und ich damit die Entscheidung etwas erleichtern konnte. Ich bin sehr angetan von der Qualität des 200-500ers und würde es immer wieder empfehlen. An einer D750 sollte es eine sehr gute Figur machen.
    Gruß,
    Christian

  • #3

    Peter Rohrbeck (Freitag, 30 September 2016 13:37)

    Deinen Bericht hatte ich schon vor einiger Zeit gelesen und Gestern hatte ich das Vergnügen neben zwei Nikon Fotografen zu stehen die Beide das 200-500 benutzen. Einmal an einer D800 und einmal an einer D500. Da fotografisch nicht viel los war blieb Zeit um Erfahrungen mit unseren Zoomobjektiven auszutauschen. Das Geschriebene in deinem Bericht wurde voll und ganz von Beiden bestätigt und es gibt eine große Zufriedenheit mit den Leistungen des 200-500.
    Das wollte ich dir mal als Rückmeldung geben.

    Gruss Peter

  • #4

    Calle Nikcanonier (Freitag, 07 Oktober 2016 00:36)

    Also wenn der Fotograf mit der D500, der neben Peter stand, normalerweise nur mit Canon fotografiert, dann geht's hier (und da bin ich mir sicher :-) ) um mich.

    Ich fotografiere seit der 350 D mit Canon-DSLR's und wäre nie auf die Idee gekommen, einen Blick in Richtung Nikon zu wagen. Meine Canon's betreibe ich unter anderem mit den beiden Versionen der 150-600 er von Sigma. Das Sports ist in Kombination mit der 5ds unschlagbar. An den Crop-Kameras macht sich das Contemporary aber besser.
    Nun habe ich es gewagt und meinen Canons zu einer netten Freundin namens Niki verholfen. Dazu kam noch das hier getestete 200-500. Ich kann es wirklich kaum fassen, aber damit habe ich nicht gerechnet. Diese Kombination ist wirklich sagenhaft. Noch nie zuvor hatte ich so viele scharfe Fotos. Das soll nicht heißen, dass vorher alles schlecht war, aber diese Kombination, diese Dynamik, Geschwindigkeit und Trefferquote, hatte ich vorher nicht. Für formatfüllende Motive bleibe ich bei meiner 5ds mit dem 150-600 sports. Für alles andere nehme ich die Nikon......einfach nur genial.....
    Dein Test trifft den Nagel auf den Kopf!

  • #5

    Petra Tänzer (Sonntag, 16 Oktober 2016 12:45)

    Danke, sehr hilfreich deine Ausführungen... ich bin, wie Calle Nikcanonier , auch Canon 6D Nutzer, hatte noch 7d2 und jetzt teste ich 5d4... dazu nutze ich die Nikon D750 mit Nikkor 70-200 2.8 und suche gerade Supertele... das 200-500er probiere ich gerade aus. Das Canon 100-400 hatte ich schon...es ist an der 5dmark 4 wesentlich schneller als das Nikon Supertele... Jetzt meine Frage: Das Neue 80-400er von Nikon...hat es einen schnelleren AF. Ich plane noch eine Nikon D500 zu kaufen . Vielen Dank

  • #6

    Petra Tänzer (Sonntag, 16 Oktober 2016 12:48)

    Kurz muss ich noch was berichtigen... Das Nikkor nutze ich nur an der Nikon und das Canon nur an der Canon...das kommt oben etwas falsch rüber.

  • #7

    Calle Nikcanonier (Mittwoch, 19 Oktober 2016 23:09)

    Hallo Petra,
    zum 80-400 kann ich nichts sagen, da ich noch zu neu bin, im Thema Nikon. Mir fällt aber auch auf, dass das Sigma 150-600 Sports an der 5ds, 5d MIII und an der 80d wesentlich schneller fokussiert.
    Was für mich aber gerade gar nicht nachvollziehbar ist, ist folgende Tatsache:
    Da mir die D500 so ausgesprochen gut gefällt, habe ich mich auf die Suche nach einer Festbrennweite gemacht. Ein Fotofreund, der öfter in unserer BBeobachtungshütte ist, hat sich das 800 er Nikon gekauft und verkauft jetzt sein 600 4.0 G VR....
    Derzeit darf ich es testen, weil ich es gerne kaufen möchte. Der Fokus ist wahnsinnig schnell. Das ist toll....Aber!!!
    Ich bekomme nicht ein einziges Foto so scharf, wie mit dem 200-500.es gibt weder Front noch Backfokus...es ist einfach wesentlich weicher....Das kann doch nicht sein....
    Ich teste es weiter, aber irgendwie ist das sehr komisch....

  • #8

    Jan Lübben (Samstag, 26 November 2016 14:38)

    Guten Tag. Ich habe mir vor 2 Jahren das Tamron 150-600 gekauft, da es sich im Vergleich mit dem Sigma 150-500 besser schlägt. Zunächst war ich auch echt zufrieden und war viel unterwegs. Aber es war halt auch sehr viel Ausschuss dabei (80-85%), was mich mehr und mehr ärgerte. Es fehlte einfach die Schärfe und da ich schon hohe Ansprüche habe (bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf), war ich im Netzt unterwegs und las gerade ihren Bericht zum Nikkor 200-500. Dieser Bericht gefällt mir sehr gut und zwingt mich ja schon fast zum Kauf des Nikkor ;-) Danke für den Bericht, schade, dass es nicht mehr davon gibt. Gruß Jan

  • #9

    Nick 750 (Samstag, 07 Januar 2017 22:32)

    Hab schon viele schlechte Aufnahmen mit Nikon Objektiven auch vom 200-500...

  • #10

    Christian (Donnerstag, 12 Januar 2017 14:33)

    Hallo Nick 750,
    schlechte Aufnahmen kann man mit allen Objektiven machen, selbst mit den besten! Auf der anderen Seite kann man auch mit wirklich einfachen günstigen Optiken großartige Bilder machen. Die Technik ist nur das Werkzeug, aber ob ein Bild gut wird, hängt vom Fotografen hinter der Kamera ab.
    Gruß,
    Christian

  • #11

    Andreas Saladin (Samstag, 21 Januar 2017 19:55)

    Hallo Christian
    Danke für den ausführlichen Bericht. Ich fotografierte in Südafrika z.T. mit dem Nikkor 600 4.0 VRII eines Freundes und war begeistert. Es kostet einfach so viel wie ein Kleinwagen. So überlege ich mir jetzt, das Sigma 600mm Sports für 6500.-- zu kaufen. Jetzt lese ich deinen Bericht über das viel günstigere 200-500 Nikkor. Die Bilder auf deiner Seite sind leider nicht 1:1 zoombar, um die Qualität restlos zu prüfen. Kannst du mir sagen, wo ich mit dem 200-500mm gegenüber den Profifestbrennweiten Abstriche machen muss?
    Vielen Dank für deine Antwort.
    LG Andreas
    Andi

  • #12

    Christian (Sonntag, 22 Januar 2017 11:01)

    Hallo Andreas,
    kurz zum Sigma: das ist nicht ein 600er, sondern ein 500er f/4. Alles, was ich bisher darüber gehört habe, klingt sehr vielversprechend! Es wird den Teleobjektiven von Canon und Nikon kaum nachstehen.
    Im Bericht über das 200-500er liegen die Bilder vom Fokusindikator auch als 100% Crops vor und lassen sich beim Anklicken auf 100% anzeigen. Das Nikon 200-500er macht mal abgesehen von der Lichtstärke kaum Abstriche in Sachen Schärfe und Kontrast gegenüber den Profifestbrennweiten. Bei starkem Gegenlicht sind die Festbrennweiten ein klein bisschen im Vorteil. Größter Unterschied ist die AF Geschwindigkeit. Da ist das 200-500er langsamer, als die Profifestbrennweiten von 500 und 600 mm. Bei allen Kameras mit dem AF Modul Multi-CAM 20K ist der AF noch mal schneller, als bei den Kameras mit dem Modul Multi-CAM 3500 II oder älter. Im Zweifelsfalle einfach mal bei einem Anbieter ausleihen und selber testen (z.B. bei Calumet).
    Gruß,
    Christian

  • #13

    Wildfotos (Mittwoch, 25 Januar 2017 13:51)

    Hallo Christian, danke für den tollen Beitrag, da bekommt man Lust auf das 200-500mm. Wie bewertest Du die Lichtstärke, die mit 5.6 ja eher nach Tageslicht klingt? Ich suche ein Tele, das auf einer D800 auch gut für Wildtieraufnahmen am Morgen/Abend bei schwächerem Licht geeignet ist. Danke für Deine Einschätzung, Peter

  • #14

    Christian (Donnerstag, 26 Januar 2017 07:58)

    Hallo Wildfotos,
    was die Lichtstärke angeht, ist es genau eine Blende schwächer als die Profiteleobjektive mir Blende 4. Oder anders ausgedrückt: wenn jemand ein 500 f/4 mit 3200 ISO verwendet, bist du schon bei 6400 ISO... Mit einer lichtempfindlichen Kamera ist das aber eigentlich kein Problem (so meine Erfahrung). Ich fotografiere sehr viel bei schlechtem Licht (siehe auch die Galeriebilder). Da der Stabi extrem gut ist, kompensiert das auch einiges.
    Gruß,
    Christian

  • #15

    Birgit (Freitag, 27 Januar 2017 21:49)

    Hallo Christian, Dein Bericht ist super klasse. Habe eine Nikon D 750 und bin auf der suche nach einem entsprechenden Tele. Habe das 24-70 2.8 und das 70-200 2.8. Zuerst hatte ich an einen Konverter T20-III gedacht aber ich glaube mit dem Tele 200-500 bin ich besser bedient oder? Das Objektiv würde ich gerne für den Reitsport verwenden. Meinst Du damit würde ich glücklich werden? Das ist noch so meine Überlegung. Draussen ist es kein Problem aber ich denke in der Hallensaison schon. Hast Du dort viell. Erfahrungswerte? Bedanke mich ganz herzlich für eine Antwort. Viele Grüße Birgit

  • #16

    Christian (Samstag, 28 Januar 2017 11:22)

    Hallo Birgit,
    ohne nähere Spezifikation über den Einsatz und die verwendete Kamera kann ich nicht sagen, ob das 200-500er das perfekte Objektiv für den Hallensport ist. Die Anfangsblende von f/5,6 ist sicher bei schnellen Bewegungen und wenig Licht nicht immer die optimale Lösung, aber ich würde es der Kombi aus 70-200er mit TC20-EIII vorziehen! Die D750 ist auf jeden Fall sehr lichtempfindlich und kann da viel ausgleichen, wenn es dunkel ist. Ich empfehle, das Objektiv mal bei einem Anbieter (z.B. Calumet) auszuleihen und praktisch zu testen. Das sollte die Entscheidung erheblich leichter machen.
    Gruß,
    Christian

  • #17

    Birgit (Samstag, 28 Januar 2017 12:55)

    Hallo Christian, ja das ist ein guter Tipp.Vielen Dank. Es geht mir hier um den Dressursport auf einem Viereck von 20x 60 m.Das werde ich mal machen und es mir ausleihen.
    Ich wünsche Dir weiterhin "Gut Licht" u. viel Spass
    viele Grüße Birgit

  • #18

    Werner (Freitag, 03 März 2017 09:44)

    Hallo Christian ,wie ist die Kompination D4S-Nikon und Nikon 200-500?

  • #19

    Christian (Mittwoch, 08 März 2017 10:48)

    Hallo Werner,
    ich habe die Kombi nicht, aber das 200-500er ist sehr gut an der D3 gewesen und an der D750 macht es eine sehr gute Figur.
    Gruß,
    Christian

  • #20

    Brown (Sonntag, 19 März 2017 21:15)

    Nikon 5,6/200-500 mm habe ich mit meiner D500 und D750
    fotografiert.Für den Preis gibt es kein Besseres und macht ordentliche
    Aufnahmen.AF ist leider noch nicht gut genug wie mein 2,8/70-200 mm VR 2.
    Mit der D500 habe ich ein Objektiv 2,8/105-300 mm und kann trotzdem
    sehr gute Fotos machen und bleibe immer noch mein Lieblingszoom.

  • #21

    Sebastian Pfister (Montag, 20 März 2017 21:15)

    Bin am Überlegen mein 300 2.8 VRI aufgrund des Gewichtvorteils abzugeben und mir stattdessen das 200-500 zu holen. Ich fotografiere in erster Linie 1. Fußball Bundesliga - hat jemand Erfahrung wie es sich bei Sportaufnahmen schlägt?

  • #22

    Christian (Dienstag, 21 März 2017 11:28)

    Hallo Sebastian,
    ich würde unbedingt vorher mal ein 200-500er zum testen zu einem Sportevent mitnehmen. Der AF am 300er ist merklich schneller und die Lichtstärke ist auch immer wieder wichtig, vor allem bei Spielen in den Abendstunden. Ich mag das 200-500er sehr, aber es ist eben ein völlig anderes Objektiv als das 300er und hat sicher auch einige Vorteile gegenüber der Festbrennweite.
    Viele Grüße,
    Christian

  • #23

    Thomas (Freitag, 24 März 2017 10:58)

    Hallo Christian,
    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Wie verhält sich die AF-Geschwindigkeit des Nikon 200-500mm gegenüber dem Sigma 150-600mm Sports? Ich möchte vor allem Vögel fotografieren, auch im Flug. Vorgesehene Kamera ist die Nikon D500.
    Viele Grüße
    Thomas

  • #24

    Michael S (Montag, 27 März 2017 23:06)

    Hallo Christian,
    ich kann deine Aussagen zum Modul Multi-CAM 3500 II/AF Modul Multi-CAM 20K nur bestätigen, dass ist an meiner D750 und D500 gut zu beobachten. Die D500 ist fixer zur Stelle mit dem Autofokus. Ich habe das 200-500 jetzt 3 Tage und gebe es nicht wieder her.

  • #25

    Christian (Dienstag, 28 März 2017 09:51)

    Hallo Thomas,
    an sich ist der AF im Sigma Sports schneller, aber wie schon im Bericht geschrieben, hängt die AF-Geschwindigkeit auch vom Kameramodell/AF-Modul ab. Für die D500 kann ich da keine zuverlässige Antwort geben. Ich würde beide mal an der D500 testen und dann das besser geeignete wählen. AF-Geschwindigkeit ist bei Vögeln auch nicht alles, wenn der AF nicht am Motiv dran bleibt. Wie gut das Sigma mit der D500 harmoniert, weiß ich nicht.
    Viele Grüße,
    Christian

  • #26

    HPRoos (Mittwoch, 12 April 2017 08:51)

    Hallo Sebastian

    Wenn du für Sportfotografie auswählen könntest,
    würdest du dass 200-400 oder das 200-500 nehmen?

    Besten Dank

    Grüsse

    Hanspeter

  • #27

    Christian (Donnerstag, 13 April 2017 16:05)

    Hallo Hanspeter,
    ich heiße zwar nicht Sebastian, aber die Frage kann ich vielleicht auch beantworten. Das 200-400er hat einen schnelleren AF und eine bessere Lichtstärke. Das 200-500er ist vergleichbar scharf, hat einen besseren Bildstabilisator und ist noch flexibler. Wenn die 400 mm ausreichen und oft wenig Licht da ist, dann würde ich es dem 200-500er für Sportfotos vorziehen, aber nur, wenn es auch ein scharfes Exemplar ist (ich habe schon von einigen Fotografen Rückmeldungen bekommen, dass das 200-400er nicht so scharf ist, wie manche Exemplare des 200-500ers). Im Zweifelsfalle einfach beide Objektive mal bei einem Verleih ausleihen und nebeneinander testen.
    Viele Grüße,
    Christian

  • #28

    Volker (Sonntag, 16 Juli 2017 17:03)

    Hallo, ich habe gelesen das die Blendensteuerung des Nikon 200 - 500 nicht mit allen Kameramodellen zusammen arbeitet. Es sollte danach auf ein "E" in der Modellbezeichnung stehen, bzw neuere Kameras sollten funktionieren. Das "E" ist bei meiner D7200 nicht zu finden oder fällt die unter die Rubrik neuere Modelle.
    Schöne Grüße
    Volker

  • #29

    Christian (Donnerstag, 20 Juli 2017 09:06)

    Hallo Volker,
    das 200-500er Nikkor ist ein sogenanntes E-Objektiv (nicht mit den manuellen Serie-E Nikon Objektiven aus den 80er Jahren zu verwechseln). Die blendensteuerung erfolgt dabei komplett elektronisch (nicht mechanisch, wie bei allen anderen Objektiven von Nikon). Das ermöglicht eine präzisere Steuerung der Blendenöffnung bei automatischer Belichtung und bei Serienbildaufnahmen. Die E-Nikkore funktionieren nicht an analogen Filmkameras und auch nicht an folgenden digitalen Spiegelreflexkameras: Nikon D1-Serie, D2-Serie, D100, D200, D40, D50, D60, D70, D80, D90 und D3000. Alle aktuellen Modelle (bzw. hier nicht genannten DSLRs) funktionieren mit E-Nikkoren (ggf. in der Bedienungsanleitung des Objektives nachschauen).
    Viele Grüße,
    Christian

  • #30

    Uwe (Freitag, 08 September 2017 22:14)

    Hallo Christian,

    erst einmal aller größten und herzlichen Dank für Deine Mühe hier!
    Solche Berichte sind „Gold wert“.

    Ich benötige die Objektive auch bei Dämmerungslicht und nicht „nur“ bei strahlendem Wetter. ich möchte Tiere in freier Wildbahn, wie auch Haustiere fotografieren, dann wenn das Licht charmant wird.

    Es stehen konkret bei mir Objektiv-Käufe an:
    (Gebraucht, na-ja, der Geldbeutel … )

    Ich denke für die D-800 an:

    - NIKON Nikkor AF-S 70-200mm f/2,8 G ED VR und
    - Nikon Nikkor AF-S 200-500mm/5,6 ED VR

    Was meinst Du zu dieser Kombi?
    Sind die Objektive auch bei Dämmerungslicht oder im Wald (400-3200 ASA) brauchbar?

    Frage zum Sensor der D-800:
    Was sagst Du zu 1600 ASA, macht der Sensor vergleichbar mit DIN/ASA/ISO noch mit?
    ASA/IS0: 25 50 64 100 200 400 800 1600 3200 6400 ASA
    DIN: 15 18 19 21 24 27 30 33 36
    33 DIN oder gar 36DIN, waren damals sogar nur mit Spezial-Entwicklung möglich.
    Ist der Sensor leistungsfähiger? Weniger „Korn“, dafür Rauschen? Ab welcher Empfindlichkeit (ASA/ISO) wird das mit der Auflösung kritisch?

    Viele Fragen, aber kürzer konnte ich nicht.
    Was meinst Du?

    Danke für Antwort.