Ostsee :: Hiddensee im März

von Christian

 

Dieses Jahr bot sich mir die Gelegenheit, Ende März auf die Insel Hiddensee zu fahren. Ich war seit einigen Jahren nicht mehr dort gewesen, hatte aber schon im Voraus ein paar Ideen, die ich gerne fotografisch umsetzen wollte. Neben der Tierfotografie gab es auch landschaftlich einige Schwerpunkte.

 


Als Ausgangspunkt diente die Ortschaft Kloster im nördlichen Teil der Insel, da von dort aus die meisten interessanten Teile der Insel schnell zu Fuß erreichbar sind. Meine erste Tour war eine Tagestour von Kloster entlang am Strand bis an das Südende zur Schutzzone I des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und zurück. Dort auf dem Gellen liegt ein Vogelschutzgebiet, was für Menschen unzugänglich ist. Ich konnte einige Eisenten draußen auf dem Meer beobachten, die als Wintergäste aus arktischen Breiten hier her gekommen waren.



In der Dünenheide konnte ich aus kurzer Entfernung zwei Rehe beobachten. Obwohl die Distanz oft unter 20 m lag, ließen sie sich in aller Ruhe beobachten. Im Gegensatz zu einigen Wasservögeln, hatte ich den Eindruck, dass die Rehe weniger scheu waren.



Einen Morgen verbrachte ich auf dem alten Bessin, um Vögel zu fotografieren. Früh am Morgen ist es da noch menschenleer und man kann ungestört Tiere Beobachten. Neben den Goldammern gab es dort vor allem viele Feldlerchen, die sich mit etwas Geduld auch fotografieren ließen. In dem trockenen Gras waren sie perfekt getarnt, wenn sie am Boden saßen. So wollte ich sie auch ins Bild bekommen.



Landschaftlich waren vor allem die Bäume der Insel sehr ansprechend. Jetzt zu der Jahreszeit waren sie noch ohne Blätter. Vielen Bäumen war die starke Prägung durch den Wind anzusehen. Neben der Formenvielfalt gab es aber auch farblich sehr interessante Szenen, vor allem bei leichter Bewölkung und gedämpftem Licht.



Ein alter Weißdorn an dem Hochuferweg hatte es mir sehr angetan, so dass ich mehrmals dort hin ging, um den Baum zu fotografieren.



Am Hochuferweg hatte ich das Glück Wintergoldhähnchen beobachten und fotografieren zu können. Auch hier war viel Geduld nötig, um die winzigen lebhaften Vögel zu erwischen. Immerhin sind sie die kleinsten Vögel hier in Deutschland.



Die kommenden Tage wurde es zunehmend stürmischer und damit wurde auch das Wetter aus fotografischer Sicht interessanter und dramatischer. Ich musste zwar jeden Abend alle Linsen sorgfältig vom Salzwasser reinigen, aber das hat sich für die Bilder gelohnt.



Einen Nachmittag verbrachte ich damit, Aufnahmen der Brandung an der Steilküste im Gegenlicht zu machen.



Natürlich wollte ich es mir nicht nehmen lassen, zum Sonnenuntergang am Strand zu sein, um das tief stehende Licht zu nutzen. Die Sonne kam immer mal nur kurz durch die Wolkenlücken. In der Brandung wirkte das Licht wie ein Feuerwerk.



An einem der letzten Tage auf der Insel zog ein Orkan über die Ostsee und die Insel. Anstatt in meinem Zimmer zu sitzen, wollte ich Anfangs noch die Zeit nutzen, um ein paar Nachtaufnahmen am Strand zu machen. Dazu musste ich einiges vorbereiten. Der Sturm hatte noch nicht seinen Höhepunkt erreicht und so blieb mir etwas Zeit, um raus zu gehen. Später in der Nacht hätte man nicht mehr im Wind stehen können. Ich hatte mir die wärmsten Sachen angezogen und war von den Schuhen bis zur Kapuze wasserdicht angezogen. Das Stativ wurde an den Beinen komplett mit Folie eingepackt, um zu vermeiden, dass Sand und Salzwasser an die empfindlichen Stellen kommt. Drauf kam meine Nikon D3 mit einem 14 mm Weitwinkel, alles soweit wetterfest gemacht und schon eingestellt zum fotografieren.

Draußen peitschte der Wind die Wolken in unheimlich hohem Tempo über den Himmel. Ab und zu wurde der Himmel mal frei gefegt und man konnte den Mond und die Sterne sehen. Zuerst suchte ich mir noch ein paar windgeschützte Stellen für Landschaftsaufnahmen. Das Stativ wurde dabei ganz bodennah aufgebaut, um so sicher wie möglich zu stehen. Nach einigen Aufnahmen mit Mond und Wolken ging es dann runter an den Strand, wo das Wasser regelrecht tobte. Obwohl ich noch weit vom Wasser weg war, lag ein Regen aus Salzwasser in der Luft. Damit waren nur wenige Aufnahmen möglich, bis letztendlich die gesamte Linse voller Wasser war. Das Erlebnis war unbeschreiblich beeindruckend.





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